Mittwoch, 6. Juni 2007
Alive and kicking
hahnst, 18:23h
Hallo Ihr Lieben! Ich bin wieder in FFM aufgeschlagen, nach einer abenteuerlichen und etwas schmerzhaften Dirtbike Tour in Kambodscha. ich habe zwei kleine Frakturen von einem Motorrad Crash davongetragen und muss jetzt mit einer Armstütze die nächsten Wochen rumlaufen.
Aber alles halb so schlimm, hätte ärger ausgehen können. ich freue mich auf Euch und ein baldiges Wiedersehen!
Unten Näheres zu meinem Crash...
Liebe Grüsse von der Sonnenterasse,
Steffen

Aber alles halb so schlimm, hätte ärger ausgehen können. ich freue mich auf Euch und ein baldiges Wiedersehen!
Unten Näheres zu meinem Crash...
Liebe Grüsse von der Sonnenterasse,
Steffen

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Dirtbike Tour Kambodscha 25-29. Mai, 3. und 4. Tag
hahnst, 18:21h
3. und 4 Tag der Dirtbike Tour
Am nächsten Tag bin ich kaum in meine Klamotten gekommen, so sehr hat mein Schulter geschmerzt. No way,dass ich den Berg selbst runterfahren kann! Also gings auf Lis Maschine runter und meine Maschine wurde dann von den Jungs runtergefahren. Danach war die Piste sehr flach und gut, sodass ich weiterfahren konnte.

An dem Tag sind wir Richtung Koh Ker gefahren, eine abgeschiedene alte Tempelanlage im Osten Kambodschas. Die Fahrerei war halb so schlimm und wir haben sehr schöne Landschaften und kleine Dörfer gesehen und ich habe mit einigen Kindern Fotos gemacht, die fast ausgetickt sind, als sie die Bilder gleich sehen konnten. War total schön. Gegen späten Nachmittag sind wir dann in unserem Gasthaus angekommen und nach einem Bier ging es dann auch schon wieder ins Bett.

Am nächsten Morgen haben wir uns dann Koh Ker angeschaut, keine Menschenseele ausser uns weit und breit. Echt Wahnsinn. Habe mich gefühlt wie ein Entdecker. Danach ging es weiter nach Beng Melea, einer erst in 2004 dem Dschungel entrissenen Tempelanlage. Sah aus wie ein Tempel nach einem jahrhundertelangem Dornröschenschlaf. Unglaublich beeindruckend.

Am Nachmittag sind wir dann noch zu dem grossen Ponle See gefahren, wo ein Floating Village viele Besucher anzieht. Als wir dort ankamen, fing es an aus allen Kanälen zu regnen und ich wurde ziemlich nass in meinem gecharterten Boot. Aber es war beeindruckend zu sehen, wie die Menschen auf diesem See leben und arbeiten.

Als ich zurück kam mit meinem Boot war der regen nicht weniger geworden und wir mussten in Dauerregen die letzten 15km zurücklegen, mit Schlammboden und Spritzwasser. Als wir in Siem Reap ankamen war das wasser auf den Strassen kniehoch und ich hatte Angst, dass meine Maschine gleich absäuft. Aber alles ist gut gegangen und wir sind dann gegen 5 Uhr angekommen.

Nach dem ich die Motorradklamotten ausgezogen hatte und ein letzten Tee mit den Jungs getrunken hatte, bin ich in meine Nobelherberge gefahren und habe mich erst einmal aufs Ohr gelegt. Die Schmerzen sind aber nicht weniger geworden und ich habe mich dann in das brandneue Hospital bringen lassen, um zu checken, was mit meinem Arm und Schulter los ist. Die ganze Diagnose mit Röntgen etc hat mehr als zwei Stunden gedauert und das Resultat war ziemlich erschütternd. Ich habe zwei kleine Frakturen am Oberarm und am Ellenbogen und mir wurde eine Schlaufe um den Arm gelegt, damit ich die nächsten Wochen den Arm ruhen lassen kann. Das hatte ich natürlich nicht erwartet und das hat mich erst einmal runtergezogen. Aber ich hatte Glück im Unglück denn es hätte ja auch viel schlimmer sein können.

Die nächsten zwei Tage habe ich meine wunden gelegt, mich in meinem herrlichen Hotel ausgeruht und überlegt, was ich machen soll. Eigentlich wollte ich ja noch nach Malaysia auf eine herrliche Insel mit glasklaren Wasser und traumhaften Strand. Aber das machte mit dem verletzten Arm keinen Sinn. Also habe ich mich entschieden, noch einen Zwischenstop in Phnom Penh einzulegen und danach nach Hause zu fliegen.
Am nächsten Tag bin ich kaum in meine Klamotten gekommen, so sehr hat mein Schulter geschmerzt. No way,dass ich den Berg selbst runterfahren kann! Also gings auf Lis Maschine runter und meine Maschine wurde dann von den Jungs runtergefahren. Danach war die Piste sehr flach und gut, sodass ich weiterfahren konnte.
An dem Tag sind wir Richtung Koh Ker gefahren, eine abgeschiedene alte Tempelanlage im Osten Kambodschas. Die Fahrerei war halb so schlimm und wir haben sehr schöne Landschaften und kleine Dörfer gesehen und ich habe mit einigen Kindern Fotos gemacht, die fast ausgetickt sind, als sie die Bilder gleich sehen konnten. War total schön. Gegen späten Nachmittag sind wir dann in unserem Gasthaus angekommen und nach einem Bier ging es dann auch schon wieder ins Bett.

Am nächsten Morgen haben wir uns dann Koh Ker angeschaut, keine Menschenseele ausser uns weit und breit. Echt Wahnsinn. Habe mich gefühlt wie ein Entdecker. Danach ging es weiter nach Beng Melea, einer erst in 2004 dem Dschungel entrissenen Tempelanlage. Sah aus wie ein Tempel nach einem jahrhundertelangem Dornröschenschlaf. Unglaublich beeindruckend.

Am Nachmittag sind wir dann noch zu dem grossen Ponle See gefahren, wo ein Floating Village viele Besucher anzieht. Als wir dort ankamen, fing es an aus allen Kanälen zu regnen und ich wurde ziemlich nass in meinem gecharterten Boot. Aber es war beeindruckend zu sehen, wie die Menschen auf diesem See leben und arbeiten.

Als ich zurück kam mit meinem Boot war der regen nicht weniger geworden und wir mussten in Dauerregen die letzten 15km zurücklegen, mit Schlammboden und Spritzwasser. Als wir in Siem Reap ankamen war das wasser auf den Strassen kniehoch und ich hatte Angst, dass meine Maschine gleich absäuft. Aber alles ist gut gegangen und wir sind dann gegen 5 Uhr angekommen.

Nach dem ich die Motorradklamotten ausgezogen hatte und ein letzten Tee mit den Jungs getrunken hatte, bin ich in meine Nobelherberge gefahren und habe mich erst einmal aufs Ohr gelegt. Die Schmerzen sind aber nicht weniger geworden und ich habe mich dann in das brandneue Hospital bringen lassen, um zu checken, was mit meinem Arm und Schulter los ist. Die ganze Diagnose mit Röntgen etc hat mehr als zwei Stunden gedauert und das Resultat war ziemlich erschütternd. Ich habe zwei kleine Frakturen am Oberarm und am Ellenbogen und mir wurde eine Schlaufe um den Arm gelegt, damit ich die nächsten Wochen den Arm ruhen lassen kann. Das hatte ich natürlich nicht erwartet und das hat mich erst einmal runtergezogen. Aber ich hatte Glück im Unglück denn es hätte ja auch viel schlimmer sein können.

Die nächsten zwei Tage habe ich meine wunden gelegt, mich in meinem herrlichen Hotel ausgeruht und überlegt, was ich machen soll. Eigentlich wollte ich ja noch nach Malaysia auf eine herrliche Insel mit glasklaren Wasser und traumhaften Strand. Aber das machte mit dem verletzten Arm keinen Sinn. Also habe ich mich entschieden, noch einen Zwischenstop in Phnom Penh einzulegen und danach nach Hause zu fliegen.
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25. bis 29. Mai: Dirtbike (Motocross-) Tour durch den Norden und Osten Kambodschas, 1. Tag
hahnst, 18:11h
Als Krönung meiner Entdeckungsreise nach Südostasien hatte ich eine viertägige Dirtbike Tour durch den Norden und Osten von Kambodscha gebucht. Ich bin dabei mit den coolen Jungs von hiddencambodia.com losgezogen. Neben mir waren zunächst Sopaal und Lis (Guide) von hiddencambodia mit von der Partie, die mich auf meinem Trip in das Innere des Landes begleiten und führen sollten. Ich habe eine 200ccm Honda Enduro Maschine sowie eine Profi-Ausrüstung (Stiefel, Motorradhose, Helm, Ellenbogen und Knieschützer etc) von den Jungs gestellt bekommen. Das sollte später noch von Vorteil sein. Im Vergleich zu meinem Thailand Enduro Trip war ich also Profi-mäßig ausgestattet.

In Thailand bin ich mit kurzer Hose, und Sneaker allein durch die Pampa gefahren. Im Nachhinein ganz schon leichtsinnig…
Die Straßen oder sagen wir gleich von vornherein Sandpisten, die in das Hinterland von Kambodscha führen sind unglaublich buckelig, sandig und zum Teil mit Riesen-Schlaglöchern oder Schlammmulden versehen. Das ist einerseits echt supergeil weil man wie ein Enduro Crack über die Pisten heizen kann, was echt ein echter Kick ist, aber auf der anderen Seite muss man hochkonzentriert sein, denn hinter jeder Ecke kann ein Riesenloch auf Dich warten, dass Dein Vorderrad verschwinden lässt und Dich in der nächsten Sekunde abheben lässt. Daher kann man am Tag auch nur 250km fahren. Alles andere ist Harakiri…

Lis ist am ersten Tag immer vorneweg gefahren und ich bin als zweiter im Wind- (oder besser Staub-)Schatten von Lis gefahren. War am Anfang echt übel, denn ich hatte ziemlich miese Sicht aufgrund des aufgeworfenen Sandstrahls von Lis’ Maschine. Bin teilweise ihm blind gefolgt. Nach einiger Zeit habe ich dann etwas mehr Abstand gelassen, weil sich meine Augen und meine Lunge langsam mit Sand gefüllt haben.

Ziel des ersten Tages war der Nordosten Kambodscha, wo bis 1998 noch die Roten Khmer die Kontrolle innehatten und wo Pol Pot, der Diktator und Menschenschlächter in 1998 gestorben ist. Das Grenzgebiet war wie gemacht für die Rebellen, da die Berge und die nahe Grenze zu Thailand Schutz boten für Angriffen der Regierungspartei.


Wir hatten nach einer Stunde schon den ersten unvorhergesehenen Stop, nachdem Sopaal Reifen den Geist aufgegeben hat. Wir haben uns dann unter den Sonnenschutz der werkstatt begeben und gewartet, bis der neue Reifen aufgezogen war. Das dauerte viel länger als erwartet und deshalb sind dann Lis und ich schon einmal losgefahren und Sopaal würde uns folgen. Da Sopaal Kiste total viele Öllecks hatte, haben die Jungs gleich auch noch ein neues Bike für Sopaal in Siem Reap geordet, was weitere Zeit gekostet hat. Ich heize also Lis nach , immer hoch gespannt, insbesondere wenn die Kiste in den sandigen Kurven leicht ins Schlingern geraten ist. Dann ist jedes Mal mein Adrenalin in die Venen geschossen, mein Puls angeschwellt und mein Herz fast in die Hose gerutscht. Aber nach und nach habe ich mehr Vertrauen gewonnen und mich an die Maschine und den Belag gewöhnt. Wir fahren also so 50km/h auf der Piste als ich in den nächsten Gang schalten will und ich nur noch einen unmotivierten Kupplungsgriff in der Hand halte, mit dem Stahlseil, was zur Kupplung führt, durchgerissen. Meine Kiste ist dann natürlich abgesoffen und wir hatten den nächsten Stop. Leider hatte Sopaal auch alle Werkzeuge und Ersatzteile mit, sodass wir uns nur in den Vorgarten unter den Sonnenschutz eines Hauses flüchten konnten und warten… und warten… und warten…

Nach mehr als einer Stunde kam dann Sopaal endlich wieder und wir (ok, die beiden Jungs….) konnten dann das Teil austauschen. Ich dachte schon, na super nach so langen Pausen, kommen wir wahrscheinlich nachts an, aber unsere Durchschnittsgeschwindigkeit war ziemlich hoch und wir kamen schnell voran. Immer wieder sind wir an kleinen Dörfern vorbeigekommen, haben Kinder am Strassenrand spielen und Männer ihre ochsenkarren fahren sehen. Man sah aber auch Jungs Pool Billard spielen mitten in der Pampa. Sehr skurril.

Es war herrlich, aber ich musste mich mehr auf die Strasse konzentrieren, nur kurze Zeit hatte ich die Gelegenheit, die Landschaft zu genießen. Wollte ja nicht hinter Lis zurückfallen. Nach rund 4 Stunde Fahrt sind wir dann in Along Veng angekommen, der ehemaligen Roten Khmer Hochburg. Haben erst einmal die Tanks wieder aufgefüllt und haben uns dann völlig k.o in ein Restaurant gesetzt und Beef mit Reis in uns reingehauen bis der Arzt kommt. Ein paar Generäle der Regierungsarmee mit grossen Range Rover hatten es sich neben uns bequem gemacht… Die Jungs wissen, wie sie Geld machen.
An diesem Nachmittag sind mir das erste mal all die toten und verkohlten Bäume aufgefallen, die die Landschaft ziemlich traurig aussehen lassen. Scheinbar gab es nach der Aufgabe der Roten Khmer einen grossen Streit um die Verwertung der Bäume, die massenhaft nach Thailand ausgeliefert wurden. Die Bauern, die sich von der Armee hintergangen fühlte, haben dann einfach die Wälder in der Trockenzeit angezündet und ein riesige Verwüstung heraufbeschworen. Wirklich traurig zu sehen, dass von dem primären regenwald nichts mehr übrig ist…


Nach dem Essen sind wir zu Pol Pots Grab gefahren und haben uns die Schlatzentrale des letzten Roten Khmer Generals Tamoc angeschaut. Aber alles war zerstört, weil die Menschen nach dem Zusammenbruch der Kontrolle alles was mit den Roten Khmer zusammenhing, verwüstet haben aus Frust und Rachgefühlen.
Abends sind wir dann auf einen Berg mit herrlicher Aussicht gefahren, wo wir dann auch übernachtet haben. Nur um ein Gefühl bezüglich der Kondition der Unterkünfte zu geben. In dem „Bad“ waren ein Bassin mit schmutzigem Wasser und ein Plastiktopf, der die Dusche ersetzt hat.

Kein Waschbecken oder ähnliches. Ich war saustaubig und verdreckt, aber dieses abgestandene Pisswasser hat mich so sehr geekelt, dass ich mich nur mit Trinkwasser abgespült habe. Völlig k.o. und nachdem Lis ein paar grausige Geschichten über die Roten Khmer erzählt hatte ging es dann ins Bett. (hungrige Kinder wurden erschossen, wenn sie erwischt wurden beim Einsammeln von Reis, alle Einwohner der Hauptstadt wurden aufs Land getrieben und mussten dann Reis anbauen und ernten. Wenn sie nicht schnell genug waren haben Kindersoldaten sie kurzerhand umgebracht. Familien wurden getrennt und Essen gab es nur in öffentlichen Einrichtungen. Geschirr war in den Haushalten verboten. Mehr als 3 Mio Menschen wurden während der zeit zwischen 1975 und 1979 abgeschlachtet. Das ist wörtlich zu nehmen, denn die Kugeln der Maschinengewehre waren zu kostbar für den Tod eines Menschen…)
2. Tag
Am zweiten tag ging es Richtung Preah Vihear, einen Tempel auf der Spitze eines Berges gelegen und direkt an der Klippe zu einem Tal, was 500m tiefer liegt. Aber zunächst hatten wir noch Pol Pots Bunker besucht, der auch wieder im grenzgebiet zu Thailand liegt. Um dort hinzugelangen, mussten wir an einer Wache der armee vorbei, die aus alten Roten Khmer veteranen bestand. Lis kannte die sehr gut, weil er sie jedes Mal schmiert, um überhaupt dort hinzugelangen. Ist schon bizarr, wenn man weiss, dass diese Jungs bis ende der 90iger Jahre noch Schreck und Horror verbreitet haben.

Wir hatten wieder rund 250km vor uns und wir kamen sehr schnell voran, insbesondere weil ich aus der zweiten Position irgendwann in die Führung gegangen bin und Lis gesagt habe, dass der Sandstrahl, der Dich als Verfolger einbläst, nicht versiegen will und ziemlich nervig ist. Ich also vorneweg und ich wollte mir natürlich auch keine Blösse geben. Ausserdem war ich nun langsam sehr vertraut mit meiner Maschine und habe sie sehr gut im Griff und die Strasse war um einiges besser, weniger sandig und weniger huckelig (dachte ich zumindest).

Wir waren nach 3 Stunden schon sehr weit gekommen und überlegten schon, ob wir an dem tag noch weiter fahren als unserem Ziel. Aber dann hatten wir eine weitere Panne mit Sopaal Kiste (wieder einmal der Reifen..) was uns mind. 2 Stunden gekostet hat.

Also fuhren wir in ordentlichem Tempo (ich will lieber mal nicht heizen sagen…) über die Piste und alles war gut und super. Als auf einmal ein riiiiiesiges Schlagloch vor mir auftaucht (ich war ja der erste in dem team) und mit einem riesen Wums bin ich mit dem Vorderreifen in das Loch gerast um gleich danach wieder aus dem Loch herausgeschleudert zu werden. Als ich aufkomme sehe ich nur noch ein weiteres Loch vor mir klaffen und ich mit karacho rein in die Misere. Aufgrund der geschwindigkeit und der Wucht des Aufschlages verlor ich die Kontrolle und bin von meiner Maschine geflogen. Habe mich dann mit meinem linken Ellenbogen abgefangen und mein Rucksack mit kamera vor meiner Brust haben auch als Protektoren gewirkt. Völlig unter Schock habe ich die karre wieder hochgehievt und gemerkt, dass meine Schulter und mein oberarm ganz schön schmerzten. Ich konnte meinen Arm nicht mehr richtig heben, hatte aber noch Gefühl in allen Fingern. Nach einer für mich total langen Pause kamen endlich Sopaal und Lis. Sie haben sich dann meinen arm und Schulter angesehen und gesagt, dass wahrscheinlich nur gestaucht ist und nicht so schlimm wird. Das habe ich gerne geglaubt und bin aufs Motorrad gestiegen, habe mit Mühe meinen linken Arm an den Lenker gehoben und bin gaaanz langsam und mit zittrigen Knien weiter gefahren. An dem tag mussten wir noch den Berg hoch, mit extrem steilen Serpentinen mit teilweise mehr als 35% Steigung. Ich habe trotz meiner Schmerzen, die bei jeder erschütterung meinen Gesicht verziehen liessen, die Strecke hochgeschafft. Das war echt eine Leistung! Lis hat es dann auch einmal in den Strassengraben geschafft, ist aber nichts weiter passiert.

An dem Abend kam neben dem dicken Arm dann auch noch ein dickes Auge durch den Aufprall auf dem Boden hinzu. Ziemlich entstellt und mit Schmerzen habe ich dann den Berg auf dem der Tempel steht, erklommen. Oben angekommen hatten wir eine wunderbare Sicht über das Land und ein Wahnsinns-Sonnenuntergang hat die Schmerzen fast vergessen gemacht.

Abend haben die Jungs dann Karaoke gesungen, ich bin Gott seid Dank geschont wurden,da es keine ordentlichen englischsprachigen Karaoke CDs gab… Mit Schmerzen im Arm und kaum in der Lage, mein T-Shirt allein auszuziehen ging es dann ins Bett. Ich hatte Gott sei Dank noch Schmerztabletten dabei.


In Thailand bin ich mit kurzer Hose, und Sneaker allein durch die Pampa gefahren. Im Nachhinein ganz schon leichtsinnig…
Die Straßen oder sagen wir gleich von vornherein Sandpisten, die in das Hinterland von Kambodscha führen sind unglaublich buckelig, sandig und zum Teil mit Riesen-Schlaglöchern oder Schlammmulden versehen. Das ist einerseits echt supergeil weil man wie ein Enduro Crack über die Pisten heizen kann, was echt ein echter Kick ist, aber auf der anderen Seite muss man hochkonzentriert sein, denn hinter jeder Ecke kann ein Riesenloch auf Dich warten, dass Dein Vorderrad verschwinden lässt und Dich in der nächsten Sekunde abheben lässt. Daher kann man am Tag auch nur 250km fahren. Alles andere ist Harakiri…

Lis ist am ersten Tag immer vorneweg gefahren und ich bin als zweiter im Wind- (oder besser Staub-)Schatten von Lis gefahren. War am Anfang echt übel, denn ich hatte ziemlich miese Sicht aufgrund des aufgeworfenen Sandstrahls von Lis’ Maschine. Bin teilweise ihm blind gefolgt. Nach einiger Zeit habe ich dann etwas mehr Abstand gelassen, weil sich meine Augen und meine Lunge langsam mit Sand gefüllt haben.

Ziel des ersten Tages war der Nordosten Kambodscha, wo bis 1998 noch die Roten Khmer die Kontrolle innehatten und wo Pol Pot, der Diktator und Menschenschlächter in 1998 gestorben ist. Das Grenzgebiet war wie gemacht für die Rebellen, da die Berge und die nahe Grenze zu Thailand Schutz boten für Angriffen der Regierungspartei.


Wir hatten nach einer Stunde schon den ersten unvorhergesehenen Stop, nachdem Sopaal Reifen den Geist aufgegeben hat. Wir haben uns dann unter den Sonnenschutz der werkstatt begeben und gewartet, bis der neue Reifen aufgezogen war. Das dauerte viel länger als erwartet und deshalb sind dann Lis und ich schon einmal losgefahren und Sopaal würde uns folgen. Da Sopaal Kiste total viele Öllecks hatte, haben die Jungs gleich auch noch ein neues Bike für Sopaal in Siem Reap geordet, was weitere Zeit gekostet hat. Ich heize also Lis nach , immer hoch gespannt, insbesondere wenn die Kiste in den sandigen Kurven leicht ins Schlingern geraten ist. Dann ist jedes Mal mein Adrenalin in die Venen geschossen, mein Puls angeschwellt und mein Herz fast in die Hose gerutscht. Aber nach und nach habe ich mehr Vertrauen gewonnen und mich an die Maschine und den Belag gewöhnt. Wir fahren also so 50km/h auf der Piste als ich in den nächsten Gang schalten will und ich nur noch einen unmotivierten Kupplungsgriff in der Hand halte, mit dem Stahlseil, was zur Kupplung führt, durchgerissen. Meine Kiste ist dann natürlich abgesoffen und wir hatten den nächsten Stop. Leider hatte Sopaal auch alle Werkzeuge und Ersatzteile mit, sodass wir uns nur in den Vorgarten unter den Sonnenschutz eines Hauses flüchten konnten und warten… und warten… und warten…

Nach mehr als einer Stunde kam dann Sopaal endlich wieder und wir (ok, die beiden Jungs….) konnten dann das Teil austauschen. Ich dachte schon, na super nach so langen Pausen, kommen wir wahrscheinlich nachts an, aber unsere Durchschnittsgeschwindigkeit war ziemlich hoch und wir kamen schnell voran. Immer wieder sind wir an kleinen Dörfern vorbeigekommen, haben Kinder am Strassenrand spielen und Männer ihre ochsenkarren fahren sehen. Man sah aber auch Jungs Pool Billard spielen mitten in der Pampa. Sehr skurril.

Es war herrlich, aber ich musste mich mehr auf die Strasse konzentrieren, nur kurze Zeit hatte ich die Gelegenheit, die Landschaft zu genießen. Wollte ja nicht hinter Lis zurückfallen. Nach rund 4 Stunde Fahrt sind wir dann in Along Veng angekommen, der ehemaligen Roten Khmer Hochburg. Haben erst einmal die Tanks wieder aufgefüllt und haben uns dann völlig k.o in ein Restaurant gesetzt und Beef mit Reis in uns reingehauen bis der Arzt kommt. Ein paar Generäle der Regierungsarmee mit grossen Range Rover hatten es sich neben uns bequem gemacht… Die Jungs wissen, wie sie Geld machen.
An diesem Nachmittag sind mir das erste mal all die toten und verkohlten Bäume aufgefallen, die die Landschaft ziemlich traurig aussehen lassen. Scheinbar gab es nach der Aufgabe der Roten Khmer einen grossen Streit um die Verwertung der Bäume, die massenhaft nach Thailand ausgeliefert wurden. Die Bauern, die sich von der Armee hintergangen fühlte, haben dann einfach die Wälder in der Trockenzeit angezündet und ein riesige Verwüstung heraufbeschworen. Wirklich traurig zu sehen, dass von dem primären regenwald nichts mehr übrig ist…


Nach dem Essen sind wir zu Pol Pots Grab gefahren und haben uns die Schlatzentrale des letzten Roten Khmer Generals Tamoc angeschaut. Aber alles war zerstört, weil die Menschen nach dem Zusammenbruch der Kontrolle alles was mit den Roten Khmer zusammenhing, verwüstet haben aus Frust und Rachgefühlen.
Abends sind wir dann auf einen Berg mit herrlicher Aussicht gefahren, wo wir dann auch übernachtet haben. Nur um ein Gefühl bezüglich der Kondition der Unterkünfte zu geben. In dem „Bad“ waren ein Bassin mit schmutzigem Wasser und ein Plastiktopf, der die Dusche ersetzt hat.

Kein Waschbecken oder ähnliches. Ich war saustaubig und verdreckt, aber dieses abgestandene Pisswasser hat mich so sehr geekelt, dass ich mich nur mit Trinkwasser abgespült habe. Völlig k.o. und nachdem Lis ein paar grausige Geschichten über die Roten Khmer erzählt hatte ging es dann ins Bett. (hungrige Kinder wurden erschossen, wenn sie erwischt wurden beim Einsammeln von Reis, alle Einwohner der Hauptstadt wurden aufs Land getrieben und mussten dann Reis anbauen und ernten. Wenn sie nicht schnell genug waren haben Kindersoldaten sie kurzerhand umgebracht. Familien wurden getrennt und Essen gab es nur in öffentlichen Einrichtungen. Geschirr war in den Haushalten verboten. Mehr als 3 Mio Menschen wurden während der zeit zwischen 1975 und 1979 abgeschlachtet. Das ist wörtlich zu nehmen, denn die Kugeln der Maschinengewehre waren zu kostbar für den Tod eines Menschen…)
2. Tag
Am zweiten tag ging es Richtung Preah Vihear, einen Tempel auf der Spitze eines Berges gelegen und direkt an der Klippe zu einem Tal, was 500m tiefer liegt. Aber zunächst hatten wir noch Pol Pots Bunker besucht, der auch wieder im grenzgebiet zu Thailand liegt. Um dort hinzugelangen, mussten wir an einer Wache der armee vorbei, die aus alten Roten Khmer veteranen bestand. Lis kannte die sehr gut, weil er sie jedes Mal schmiert, um überhaupt dort hinzugelangen. Ist schon bizarr, wenn man weiss, dass diese Jungs bis ende der 90iger Jahre noch Schreck und Horror verbreitet haben.

Wir hatten wieder rund 250km vor uns und wir kamen sehr schnell voran, insbesondere weil ich aus der zweiten Position irgendwann in die Führung gegangen bin und Lis gesagt habe, dass der Sandstrahl, der Dich als Verfolger einbläst, nicht versiegen will und ziemlich nervig ist. Ich also vorneweg und ich wollte mir natürlich auch keine Blösse geben. Ausserdem war ich nun langsam sehr vertraut mit meiner Maschine und habe sie sehr gut im Griff und die Strasse war um einiges besser, weniger sandig und weniger huckelig (dachte ich zumindest).

Wir waren nach 3 Stunden schon sehr weit gekommen und überlegten schon, ob wir an dem tag noch weiter fahren als unserem Ziel. Aber dann hatten wir eine weitere Panne mit Sopaal Kiste (wieder einmal der Reifen..) was uns mind. 2 Stunden gekostet hat.

Also fuhren wir in ordentlichem Tempo (ich will lieber mal nicht heizen sagen…) über die Piste und alles war gut und super. Als auf einmal ein riiiiiesiges Schlagloch vor mir auftaucht (ich war ja der erste in dem team) und mit einem riesen Wums bin ich mit dem Vorderreifen in das Loch gerast um gleich danach wieder aus dem Loch herausgeschleudert zu werden. Als ich aufkomme sehe ich nur noch ein weiteres Loch vor mir klaffen und ich mit karacho rein in die Misere. Aufgrund der geschwindigkeit und der Wucht des Aufschlages verlor ich die Kontrolle und bin von meiner Maschine geflogen. Habe mich dann mit meinem linken Ellenbogen abgefangen und mein Rucksack mit kamera vor meiner Brust haben auch als Protektoren gewirkt. Völlig unter Schock habe ich die karre wieder hochgehievt und gemerkt, dass meine Schulter und mein oberarm ganz schön schmerzten. Ich konnte meinen Arm nicht mehr richtig heben, hatte aber noch Gefühl in allen Fingern. Nach einer für mich total langen Pause kamen endlich Sopaal und Lis. Sie haben sich dann meinen arm und Schulter angesehen und gesagt, dass wahrscheinlich nur gestaucht ist und nicht so schlimm wird. Das habe ich gerne geglaubt und bin aufs Motorrad gestiegen, habe mit Mühe meinen linken Arm an den Lenker gehoben und bin gaaanz langsam und mit zittrigen Knien weiter gefahren. An dem tag mussten wir noch den Berg hoch, mit extrem steilen Serpentinen mit teilweise mehr als 35% Steigung. Ich habe trotz meiner Schmerzen, die bei jeder erschütterung meinen Gesicht verziehen liessen, die Strecke hochgeschafft. Das war echt eine Leistung! Lis hat es dann auch einmal in den Strassengraben geschafft, ist aber nichts weiter passiert.

An dem Abend kam neben dem dicken Arm dann auch noch ein dickes Auge durch den Aufprall auf dem Boden hinzu. Ziemlich entstellt und mit Schmerzen habe ich dann den Berg auf dem der Tempel steht, erklommen. Oben angekommen hatten wir eine wunderbare Sicht über das Land und ein Wahnsinns-Sonnenuntergang hat die Schmerzen fast vergessen gemacht.

Abend haben die Jungs dann Karaoke gesungen, ich bin Gott seid Dank geschont wurden,da es keine ordentlichen englischsprachigen Karaoke CDs gab… Mit Schmerzen im Arm und kaum in der Lage, mein T-Shirt allein auszuziehen ging es dann ins Bett. Ich hatte Gott sei Dank noch Schmerztabletten dabei.

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